/info/jugendstil.html -----		/shop_content.php
			

Jugendstil

Jugendstil

Geschichtlich steht der Jugendstil zwischen Historismus und moderner Kunst und umfasst eine recht kurze Zeitspanne von 1894-1914.

Merkmal des Jugendstils war eine ausdruckvolle Linienführung, sowie schwungvolle Elemente die an pflanzliche sowie geometrische Formen anlehnten, und eine Tendenz zum Ornamentalen gaben.

Sie wirkten meist plakativ und verziehrend, und hatten oft eine spiegelbildliche Gleichheit.

Beim Jugendstil unterscheidet man zwischen einer floralen (pflanzenhafte) und einer geometrischen Richtung mit Hang zum Mythologischen.

Das große Vorbild dieser Stilrichtung war die Natur, wo man sich an ausdruckvollen Formen wie die Wellen des Wassers, der Wuchs der Planzen, das wallende Haar bediente, und diese abstrahierte, indem man Sie ziervoll und plakativ andeutete.

Typisches Merkmal waren immer wieder die Hinwendung zur Natur, der Mystik und dem Schönen.

Auch Tiere wurden z. B. öfters als Symbol verwendet, die gewisse Tugenden und Eigenschaften verkörperten

Beliebte Motive waren auch Frauen, Lililen, Wasser, Schwäne, Brunnen, Parkanlagen die oftmals auch in Verbindung mit der Literatur standen, und für Plakate oder Zeitschriften, wie die Jugend (München), Pan (Berliner Zeitschrift) oder der Leipziger Zeitschrift , die Insel angewandt worden.

Sichtbare Merkmale in der Literatur, wo sich der Jugendstil wiederspiegelte waren häufig stimmungsvolle Texte, die ornamental angeordnet waren.Einzelene Buchstaben waren kunstvoll verziert und dekorativ plaziert.

Bezeichnung und Geschichte des Jugendstils

Beim Jugendstil handelte es sich um einen internationalen Stil, der Ausdruck einer weit verbreiteten geistigen, künstlerischen und kulturellen Reformbewegung war.Zeitlich stand er unter dem Einfluss des französischen Begriffs Fin de Siecle, was auf Deutsch Endzeitstimmung bedeutet und das Lebensgefühl dieser Zeit vor dem Ersten Weltkrieg verdeutlichte.Dieser Begriff hatte sich in Europa schnell durchgesetzt.

Die Bezeichnung Jugendstil hat Ihren Ursprung von der Münchener Kunst- und Literaturzeitschrift Jugend, die zwischen 1896 und 1940 erschien, und wurde davon abgeleitet.

Die Gründer Georg Hirth und Fritz von Ostini hatten also ersichtlichen Einfluss, auch über Deutschland hinaus, da sich der Begriff später auch in den Niederlanden, sowie den nordischen Länder, wie Skandinavien und Lettland etablierte.

Weitere Bezeichnungen sind Reformstil oder Secessionsstil (nach der Wiener Secession), Modernisme (bezogen auf Katalonien), in Russland Modern, tschechisch Secese, slowakisch Secesia, polnisch Secesja, ungarisch Szecesszió.

In England, Frankreich und Italien dominierten der Ausdruck Modern Style, Art Nouveau und Stile Floreale oder Liberty.


Die damals praktizierenden Künstler lebten in einer Zeit, wo Fortschritte in der Technik, sowie die zunehmende Industrialisierung , die Naturwissenschaften gepaart mit dem noch mittelalterlichen Denken und der Weltanschauung des Adles und der Kirche aufeinanderprallten.

Daraus entstand in der Gesellschaft eine künstlerische Bewegung, die sich in verschiedenen Stilen wie dem Jugendstil, dem Impressionismus, dem Symbolismus oder dem Ästhetizismus wiederspiegelte und Ihren Einfluss dieser Zeit nahm.

Der Nationalsozialismus führte zudem zu Konflikten und eine große Angst unter den Herrschenden und der Bevölkerung.

Weltschmerz und Leichtlebigkeit gaben sich die Hand und Frivolität und Dekadenz waren eine Art Überreaktion, um sich die Welt etwas schöner auszumalen.

In Deutschland geht der Ausdruck Jugendstil zurück auf die von Georg Hirth Ende 1895 in München gegründete illustrierte Kulturzeitschrift Jugend.

Es war eine Gegenbewegung junger Künstler und Kunsthandwerkern wie Peter Behrens, Richard Riemerschmid, Fritz Endell, Bruno Paul, Hermann Obrist, Bernhard Pankok, sowie dem Belgier Henry van de Velde zum rückwärtsgewandten Historismus, aber auch zur als seelenlos verstandenen Industrialisierung.

Praktische Anwendung des Jugendstils

Der Jugendstil fand seine Anwendung in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens wie der Bildhauerei, Malerei, Glaskunst, Schmuckkunst, Mode, Literatur, der Außen und Innenarchitektur, sowie der Baukunst,

Selbst die täglichen Gebrauchgegenstände wie Möbel sollten sowohl nützlich als auch schön sein, und spiegelten sich beim Betrachter in der den Formen, Farben, Ornamenten und Beleuchtung der Objekte wieder.

Auch hier zeigten sich florale Ornamente und geschwungenen Linien , die sich der nartürlichen Formsprache aus der Natur wiedergaben, und teilweise auch in die dunklen Hartholzarbeiten des Mobiliar miteingebracht wurden.Auch geschwungene Eisen und Bronze Ornamente an den Kanten der Möbelstücke verzierte und verlieh dem Objekt ein hochwertiges und edles Erscheinungsbild.

In der Architektur finden sich stets ornamentale, schwungvolle Linien, die die Fassade der Gebäude bestimmen. Wesentlich sind flächendeckende Ornamente, ein Hang zum Mythologischen sowie das Streben, dass Aufbau und Funktion eines Bauwerks von außen zu erkennen sein sollten, und keiner übergeordneten Symmetrie folgen musste. Dieses Prinzip wurde auch auf die Inneneinrichtung übertragen.

Prägende Materialien waren meist Sandstein, Stahl und Glas, die diese Bauwerke ausmachten.

Metallarbeiten im Jugendstil

Metallobjekte entstanden in dieser Zeit sowohl als Einzelstücke als auch für die Massenproduktion. Es entstanden neben Gebrauchsgegenständen und Schmuckstücken auch figürliche Plastiken. Die besondere Kunst besteht bei Bronzeskulpturen darin, dem im Vergleich zu Textilien oder dünnem Glas sehr schweren Material den Eindruck der Leichtigkeit, ja Schwerelosigkeit zu verleihen, der fast alle Kunstwerke dieser Richtung kennzeichnet. Bei uns finden Sie eine Auswahl handgefertigter Skulpturen, die diesem Anspruch gerecht werden. Es handelt sich um ausdrucksstarke, zuweilen eigenwillige, immer lebendige und dynamische Kunstwerke.

 

Das Ende des Jugendstils

Ein genaues Ende des Jugendstils in Deutschland lässt sich im allgemeinen nicht genau bestimmen, doch fand ein Ausklingen noch vor Beginn des Ersten Weltkrieges statt.

Bei der dritten Deutschen Kunstgewerbeausstellung 1906 in Dresden wurde in der unmittelbaren Folge der Deutsche Werkbund gegründet, deren Vorsitz Hermann Muthesius mit bekannten Architekten des Jugendstils und Kunsttheoretiker, wie Henry van de Velde, Behrens, Niemeyer, Obrist und Endell führte.

Diese leiteten das allmähliche Ende des Jugendstils ein, da Sachlichkeit, Schlichtheit, sowie die Gediegenheit zu neuen Leitbildern die Blickrichtung geben sollten.

Bereits um 1900 konnte man schon intensivere Farbgebungen im Jugendstil bemerken, die eine Vorform des Expressionismus waren.

Um 1905 wurde in Deutschland die Künstlervereinigung Brücke gegründet, die die Anfänge des Expressionismus und die Ablösung des Jugendstils präsentierten.

Bis Mitte der 1920er Jahre hält sich der Jugendsti bei der Interieurmalerei, Möbeln, anderen Gebrauchsgegenständen und kunstgewerblichen Produkten.

Allerdings hält er lediglich die Formensprache bei, und übernimmt die Farbgebung dem Expressionismus der Malerei .

Werke aus der Zeit des Jugendstils findet man in den unten aufgelisteten Museen.

  • Das Berliner Bröhan-Museum: Es zeigt Möbel, Porzellan, Glas, Keramik und Metallarbeiten aus der Epoche des Jugendstils und des Art Deco.

 

  • Das Brüssler Musee Horta : Es zeigt das Haus des Jugendstilarchitekten Victor Horta. Architektur und Innenausstattung sind Besuchern großenteils frei zugänglich und bilden eine stilistische Einheit.

  • Das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg.

    Der Museumsgründer Justus Brinckmann, der die Pariser Weltausstellung dazu nutzte eine große Sammlung zeitgenössischer angewandter Kunst anzulegen. Im Fadenkreutz seiner Errungenschaften standen Möbel und Zimmereinrichtungen, Textilien,Wandteppiche, Lampen, Zierobjekte aus Glas, Metall, Keramik, sowie Skulpturen, Bücher und Schmuck. Brinckmann vereinigte sie zu einem „Gesamtkunstwerk“, dem Pariser Zimmer, das später durch zahllose weitere Objekte , darunter Möbelensemble der Wiener Werkstätte und der Darmstädter Künstlerkolonie , erweitert wurde. Alle Objekte sind in der Dauerausstellung zu sehen.

  • Das Dreiländermuseum in Lörrach: Es zeigt Kunstkeramiken Max Laeugers aus der Epoche des Jugendstils.

  • Das Musee d“Orsay und der Petit Palais in Paris :Sie zeigen in mehreren Sälen Haushaltsgegenstände und Möbel, sowie Schmuck und Ornamente des Jugendstils aus Nancy und Paris.

  • Schleswiger Schloss Gottorf : Hier befindet sich eine eigene Abteilung des Jugendstils, wo mehrere Räume mit Möbeln, Orient Teppichen und anderen Kunstwerken dieser Epoche ausgestellt sind.

  • Das MAK Museum in Wien : Es zeigt Kunsthandwerk aus der Epoche des Jugendstils und des Art Deco.

     

    Eine Auflistung einiger Künstler des Jugendstils:

  • Maurice Bouval ,

  • Emmanuel Villanis,

  • Louis & François Moreau ,

  • L. Delapchier ,

  • Attr. to L. Van Strydonck ,

  • Jose Dunach ,

  • Victor Seifert ,

  • E. Villanis ,

  • Carl Kauba ,

  • Paul Dubois ,

  • A. Delm ,

  • A. Marionnet ,

  • Gustav Klimt,

  • Alfons Mucha,

  • Emile Galle,

  • Aubrey Beardsley,

  • Koloman Moser,

  • Ferdinand Hodler,

  • Heinrich Vogeler,

  • Victor Horta,

  • Louis Comfort Tiffany,

  • Henry de Toulouse – Lautrec,

  • William H. Bradley,

  • Max Kuzweil,

  • Carl Moll,

  • Charles Rennie Mackintosh ,

  • Franz Josef Karl Matsch ,

  • Friedrich Adler ,

  • Georges de Feure ,

  • Johannes Theodorus Toorop ,

  • René Jules Lalique ,

  • Manuel Orazi ,

  • Michail Alexandrowitsch Wrubel ,

  • Ludwig Fahrenkrog ,

  • Hermenegildo Anglada Camarasa,

  • Józef Mehoffer ,

  • Jules Chéret ,

  • Margaret MacDonald Mackintosh ,

  • Eugène Samuel Grasset , Gerda Wegener ,

  • Jan Thorn Prikker ,

  • Paul Philippe,

  • Alexandre Charpentier ,

  • Stanisław Wyspiański ,

  • Maximilian Liebenwein ,

  • Walter Crane ,

  • Alexandre de Riquer,

  • Othmar Schimkowitz ,